Partizipative Begleitung

Wer wagt selbst zu denken, wird auch selbst handeln

Bettina von Arnim

Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?

Vincent van Gogh

Ursprünglich aus der ausserschulischen demokratischen Jugendarbeit kommend, die nach dem Prinzip „Jugend leitet Jugend“ hohe partizipative Engagement- und Demokratievorstellungen förderte, habe ich mich seit mehr als zwanzig Jahren mit Projekt- und Prozessbegleitung und Moderation heterogener Gruppen beschäftigt.

Sei es in meinem Engagement in verschiedenen sozialen, politischen Gruppen, sei es auf wissenschaftliche Art und Weise in meiner Magisterarbeit in politischer Theorie- und Ideengeschichte, in der ich zwei Demokratiemodelle miteinander verglich, die sich mit der Frage von partizipativer Demokratie auseinander setzen.

Als Trainerin, Projekt- und Prozessbegleitung größerer und äußerst heterogener Gruppen auch professionell, z.B. bei der Arbeit zu kommunaler und ländlicher Entwicklung im Wendland, in sozialen Brennpunkten in Berlin Neukölln, bei konfliktträchtigen Entwicklungsprojekten (Autobahnbau, Bau größerer Energieanlagen, Konversion ehemaliger militärisch genutzter Fläche), bei der Durchführung von verschiedenen Angeboten wie World Café oder Dragon Dreaming, z. B. in einer Berliner Oberschule mit 120 LehrerInnen, die im Rahmen der Ganztagsschulentwicklung die Aufgabe hatten, in sehr kurzer Zeit ein neues Schulprofil zu entwickeln.

Immer wieder haben mich Fragen umgetrieben, wie:

  • Wie bringt man eine heterogene (Groß-)Gruppe, ein neues Team oder ein Team mit neuer Aufgabenstellung zusammen und unterstützt sie dabei, arbeitsfähig zu werden?
  • Wie entwickelt man mit dieser Gruppe eine gemeinsame und nachhaltige Vision, die allen Interessen, Bedürfnissen und Zielen gerecht wird?
  • Wie moderiert man den Prozess der Meinungsbildung, wenn unterschiedliche Wissens-, Informationsstände und persönliche, soziale, emotionale, professionelle, fachliche etc. Kompetenzen und Qualifikationen bei den Betroffenen und Teilnehmenden vorliegen?
  • Wie gestaltet man den Einigungsprozess, wenn es unterschiedliche, divergierende Interessen und Ressourcen gibt?

Ausgehend von meiner außerberuflichen Engagementserfahrung, meiner wissenschaftlichen Arbeit und meiner praktischen Trainerinnentätigkeit habe ich zusammen mit KollegInnen ein Modell zur partizipatorischen Begleitung von (Groß-)Gruppen entwickelt, dass diese Fragen beantworten kann, so sich die InitiatorInnen und AuftraggeberInnen ergebnisoffen darauf einlassen.

Wenn eine Gruppe heterogener Menschen zu einem spezifischen Thema, z.B. Profilbildung, Teamzusammenführung, Entwicklung einer neuen Unternehmenskultur, Entwicklung neuer Produkt- und Dienstleistungen, in Fragen ländlicher oder kommunaler Entwicklung, z.B. durch Umwandlung einer Region zur 100% Erneuerbarer Energieregion, Beantwortung sozialer Konflikte aufgrund der Verortung in einem sozialen Brennpunkt oder Gentrifizierung, selbst aktiv werden sollen, können diese Prozesse nur erfolgreich, innovativ und nachhaltig sein, wenn die kollektive Weisheit der Teilnehmenden aktiviert wird.

Bei der Partizipativen Begleitung, wie ich sie anbiete, können festgefahrene Prozesse wieder ins Laufen kommen, selbst wenn der ursprüngliche Prozess zum Erliegen gekommen ist, die Positionen verhärtet sind, die Auseinandersetzungen bisher nur hart und destruktiv geklärt wurden, wenn

  • die Menschen im Laufe der Partizpativen Begleitung erkennen, dass sie selbst am Besten ihre eigenen Belange kennen
  • sie erkennen, dass sie selbst die nachhaltigsten und wirksamsten Lösungen ihrer Probleme und Herausforderungen in sich tragen
  • sie allein Verantwortung und Gestaltung ihres Schicksals, ihrer Visionen, ihrer Ziele und ihrer Arbeits- und Lebenswelt übernehmen können
  • sie dabei ihre eigenen persönlichen Fähigkeiten und Möglichkeiten erweitern und verbessern können
  • sie den Prozess als eine Demokratieschulung erleben.

Insbesondere die Umsetzungsphase soll ein dynamisch Lernendes System sein, in dem authentische Prozesse möglich sind, z.B. die Kommunikationsfähigkeit, Konfliktfähigkeit, soziale, emotionale und spezifische Ressourcen gefördert werden.

In der wissenschaftlichen Evaluierung verschiedenster durchgeführter Großgruppenprozesse und – verfahren, z.B. die EXPO in Hannover, um Atomstandorte wie die Asse und die Auseinandersetzungen um ein Atomendlager in Gorleben, um Stuttgart 21, um wiederholte Auseinandersetzungen um den Fortbestand von Wirtschaftsunternehmen, z.B. Opel, Schlecker, Karstadt, Hertie, stellt sich im Rückblick immer wieder heraus, dass konfrontative und hierarchisch geführte Verfahren, die starke wirtschaftliche und politische Interessen konfliktuös gegen Widerstände durchsetzten, letztlich nur durch „Kanzlermachtworte“ oder durch millionenschwere juristische Auseinandersetzungen entschieden, nicht gelöst wurden.

In der Nachbetrachtung sind solche Verfahren, selbst aus Sicht der ursprünglichen InitiatorInnen und Auftraggeber, die versuchten Ihre Interessen hierarchisch durchzusetzen, als schwerer wirtschaftlicher Verlust und als politischer und sozialer (Image-) Schaden zu bewerten.

Um einen festgefahrenen Prozess wieder ins Laufen zu bringen und letztlich auch ökonomisch, ökologisch und sozial tragfähige und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, müssen daher die InitiatorInnen und Auftraggeber einer Partizipativen Begleitung

  • bereit sein, tatsächlich einen ergebnisoffenen und demokratischen Weg einzuschlagen
  • bereit sein, selbst wenn es vorher klare Vorgaben gab, diese neu zur Diskussion zu stellen
  • bereit sein, eigene wirtschaftliche und politische Ziele dem Wunsch nach einer nachhaltigen und tragfähigen Entscheidung unterzuordnen.

Letztlich werden solche durchgeführten ergebnisoffenen und innovativen Partizipative Begleitungen die ursprünglichen ökonomischen und politischen Interessen der InitiatorInnen, der AuftraggeberInnen und der Teilnehmenden im Sinne einer Win-Win-Situation nachhaltiger und tragfähiger übertreffen.

Hierfür gibt es zahlreiche umgesetzte Beispiele, die aus Sicht der InitiatorInnen wie auch der Teilnehmenden gleichermassen als ökonomisch, ökologisch und sozial  erfolgreich bewertet wurden, z.B.

  • Ökodorf-Initiativen europa- und weltweit
  • Umwandlung von Kommunen und Regionen in 100% EE Regionen
  • die Umwandlung in BürgerKommunen, inkl. Bürgerhaushalte  z.B. in Neckarsulm,  in Berlin Lichtenberg, Porto Allegre usf.

– Genossenschaften und Beteiligungsfirmen, wie z.B. die Elektrizitätswerke Schönau, Neue Energie Genossenschaft EG Potsdam, Strike Bike
– Social Business und Entrepreneurship Unternehmen, s. Ashoka

 

Bauen Sie Ihre Zukunft jetzt – sei es als erfolgreiches Team, Unternehmen, als Kiez, als soziale oder politische Gruppe . gerne übernehme ich Ihre kreative, innovative und nachhaltige Partizipative Projekt oder Prozess – Begleitung!

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